Twix – fünf Monate und ein Tag

Es ist unglaublich schwer, diesen Artikel zu schreiben. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass ich es irgendwie loswerden muss. Vielleicht hilft es mir dabei, das zu verarbeiten, was in den letzten Tagen passiert ist.

Twix wurde am 4. Mai 2026 geboren. Direkt bei uns am Haus.

Binnen kürzester Zeit war er für mich einfach nur noch „mein Baby“.

Er hatte dieses unglaublich schöne, seidige, glänzende Fell. Und diesen unglaublich lieben Blick. Und er hatte diese Art, sich zu freuen, wenn ich nach Hause kam. Schwanzwedelnd im Garten oder im Wohnzimmer, als wäre meine Rückkehr das Beste, was an diesem Tag passieren konnte.

Wir haben ihm den Spitznamen Vin Piesel gegeben, weil er seine Blase bis vor Kurzem schlicht gar nicht unter Kontrolle hatte.

Und vor kurzem hat er seinen ersten Eckzahn bekommen. Wir waren so stolz. Unser kleiner Mann wird langsam groß.

Ich hätte niemals gedacht, dass wir ihn nur so kurz bei uns haben würden.

Die ersten Zeichen

Twix war immer etwas ruhiger als die anderen. Oft ein bisschen abseits vom Trubel.

Im Juli hatten er und sein Bruder Lindt Verletzungen beziehungsweise Hämatome. Lindt hatte ein Hämatom am Nacken, Twix Probleme mit seinem Bein. Deshalb zogen die beiden vom Puppy Kennel zu uns ans Haus.

Twix ist danach nie wieder zurück in den Puppy Kennel gezogen.

Er zog einfach bei uns ein.

Und er wurde Idas bester Freund. Die beiden konnten stundenlang miteinander spielen.

Twix war außerdem ein kleiner Bruchpilot. Wir wussten damals natürlich noch nicht, was mit ihm los war. Manchmal hinkte er plötzlich oder hatte ein kleines Hämatom. Natürlich waren wir deshalb auch beim Tierarzt, aber auch dort wurde zunächst vermutet, dass er einfach ein bisschen tollpatschig ist.

Im September wurde es dann ernster.

Twix begann stark aus dem Maul zu bluten und erbrach später auch Blut.

Ein Schock.

Wir fuhren sofort mit ihm zum Tierarzt – wie sollte es anders sein, natürlich während der Notdienstzeiten.

Ich unterhielt mich dort lange mit der behandelnden Tierärztin und erzählte ihr auch von den Auffälligkeiten bei seinen Brüdern Duplo und Lindt. Über die beiden werde ich noch einmal gesondert schreiben.

Die Tierärztin hatte bereits einen Verdacht, wollte sich aber noch genauer informieren. Wir schrieben sogar gegen 23.30 Uhr noch Nachrichten hin und her.

Kurz zusammengefasst: Die Blutung kam vom Zahnwechsel.

Was bei einem normalen Welpen keine große Sache gewesen wäre, wurde bei Twix zum Problem. Er konnte die Blutung nicht selbst stoppen, schluckte das ganze Blut und erbrach es anschließend wieder.

Zum Glück konnte die Blutung beim Tierarzt durch Medikamente gestoppt werden.

Der Verdacht auf eine Blutgerinnungsstörung stand plötzlich im Raum.

Wir begannen uns mit Hämophilie zu beschäftigen. Eine entsprechende Untersuchung war geplant.

Zu diesem Zeitpunkt hoffte ich noch, dass – falls sie wirklich betroffen sein sollten – die Krankheit zumindest nicht stark ausgeprägt sein würde.

Ein Leben als Schlittenhund wäre damit vorbei gewesen. Aber als Haushund kann ein Hund mit einer Gerinnungsstörung je nach Schweregrad durchaus leben.

Ich dachte, wir hätten Zeit.

Was war ich naiv.


Anfang Oktober

Anfang Oktober änderte sich alles.

Ich hatte die Möglichkeit, zum Sled Dog Symposium nach Kiruna in Schweden zu fahren und hatte mich unglaublich darauf gefreut.

Wir hatten eine sehr intensive Zeit hinter uns und die Reise sollte für mich auch ein bisschen Auszeit sein. Gleichzeitig natürlich Weiterbildung: Vorträge von Tierärzten, Physiotherapeuten und Mushern rund um Schlittenhunde. Viele Informationen, die am Ende unseren Hunden zugutekommen sollen.

Zuerst war überhaupt nicht klar, ob ich fahren konnte.

Dann meinte Antti, ich sollte ruhig fahren. Er würde sich hier um alles kümmern.

Freunde aus Finnland boten mir an, dass ich ab Ylitornio bei ihnen mitfahren könnte. Das bedeutete für mich, dass ich nicht die ganzen rund elf Stunden alleine fahren musste, sondern nur noch etwa sieben.

Also war klar: Ich konnte wirklich hin.

Ich freute mich wahnsinnig.

Damals wusste ich noch nicht, dass in den nächsten Tagen meine kleine Familie zerbrechen würde.

Einen Tag vor dem Symposium hatte Twix erneut eine kleine Blutung vom Zahnwechsel.

Wir kannten das bereits von ihm und um auf Nummer sicher zu gehen habe ich ihn noch einmal beim Tierarzt kontrollieren lassen. Schließlich sollte alles abgeklärt sein, bevor ich wegfuhr.

Am Freitagmorgen um 5.30 Uhr fuhr ich los.

Ich kuschelte nach alter Manier noch einmal alle meine Haushunde und Katzen und machte mich auf den Weg.


Samstag, 3. Oktober 2026

Am Samstagvormittag bekam Twix plötzlich eine massive Schwellung unter der Zunge.

Ein großes Hämatom hatte sich gebildet.

Das Gewebe blutete.

Warum, war unklar.

Antti organisierte sofort einen Nottierarzt und fuhr mit ihm nach Lieksa.

Twix bekam Medikamente zur Unterstützung der Blutgerinnung, Schmerzmittel und Infusionen. Er wurde narkotisiert und das Hämatom in der Zunge wurde abgesaugt.

Danach durfte Antti ihn wieder mit nach Hause nehmen.

Twix bekam alle sechs Stunden Hemosilate, ein blutstillendes Medikament.

Trotzdem hörte das Nachbluten nicht richtig auf.

Wir verbrachten die Nacht am Telefon.

Wir telefonierten stundenlang, schrieben Nachrichten und versuchten herauszufinden, was wir machen sollten.

Wir kontaktierten auch die Notklinik in Kuopio. Dort sagte man uns, Twix sei im Moment stabil und wir sollten am nächsten Morgen direkt mit ihm nach Kuopio kommen. 

Ich schaute nach Zugverbindungen und Taxis, um irgendwie zurückzukommen.

Am Ende verwarf ich es.

Wir wollten am Sonntag direkt nach dem Symposium heimfahren. Twix sollte morgens ohnehin sofort in die Klinik kommen.

Dort würden sie ihm bestimmt helfen.

Wie es mir/uns in dieser Nacht ging, kann man sich wahrscheinlich vorstellen.

Twix überstand die Nacht.


Sonntag, 4. Oktober 2026

Am nächsten Morgen fuhr Antti direkt mit ihm nach Kuopio.

In der Klinik wurde schnell klar, dass etwas ganz und gar nicht stimmte.

Es wurde immer deutlicher, dass Twix an einer schweren Störung der Blutgerinnung litt.

Die Zunge und der Bereich darunter waren massiv geschwollen. Blut sammelte sich im Gewebe, obwohl es keine Verletzung gab, die erklären konnte, warum ein fünf Monate alter Welpe so stark blutete.

Das Hämatom wurde erneut punktiert.

Aber es kam wieder.

Und plötzlich ging es nicht mehr darum, irgendwann herauszufinden, welche Form einer Gerinnungsstörung er genau hatte.

Es ging nur noch darum, ob wir ihn retten konnten.

Um 18 Uhr wurde Twix von Kuopio nach Helsinki überwiesen.

Ich war bereits auf dem Heimweg von Schweden.

In Kuopio war keine passende Blutversorgung verfügbar.

In Helsinki konnte er eine Bluttransfusion bekommen.

Sie sollte ihm helfen.

Natürlich sagten wir zu.

Antti nahm Twix und fuhr so schnell wie möglich von Kuopio nach Helsinki.

Zu diesem Zeitpunkt klammert man sich an alles.

Gegen 22 Uhr erreichten die beiden die Klinik. Der Nottierarzt wartete bereits.

Zur gleichen Zeit war auch ich auf dem Heimweg vom Symposium.

Eigentlich war geplant gewesen, dass ich noch eine Nacht in Ylitornio verbringe.

Ich konnte nicht.

Ich machte mich sofort auf den Heimweg.

Emotional komplett fertig, kaum geschlafen und noch einmal sieben Stunden Fahrt zurück nach Eräkeskus.

Währenddessen bekam Twix in Helsinki seine Bluttransfusion und wurde weiterbehandelt.

Die Tierärztin wollte sich am nächsten Morgen bei uns melden.

Als ich endlich wieder zu Hause war, ließ ich Ida und Zeno in den Garten.

Und dann machte Ida etwas, das sie sonst eigentlich nie macht.

Sie lief durch den ganzen Garten und suchte.

Sie schaute in den Hütten nach.

Sie suchte sogar unter dem Haus.

Immer weiter.

Ich bin mir sicher, dass sie Twix gesucht hat.

Er war schließlich ihr bester Freund. Die beiden waren fast immer zusammen gewesen.

Und er war plötzlich einfach weg.

Ich stand da und sah ihr zu und konnte ihr nicht erklären, wo er war.

Ich wusste ja selbst nicht, ob er jemals wieder nach Hause kommen würde.

Montag, 5. Oktober 2026

Am Morgen kam zunächst eine Nachricht, die uns Hoffnung machte.

Twix‘ Zustand hatte sich verbessert.

Er saß aufrecht und war aufmerksam.

Die Blutung war gestoppt.

Das große Problem war weiterhin die riesige Schwellung seiner Zunge. So konnte er weder fressen noch trinken.

Die Tierärztin erklärte, dass sie versuchen könnten, das Hämatom noch einmal abzusaugen. Durch die Bluttransfusion und die Medikamente bestand die Hoffnung, dass es dieses Mal nicht wieder so stark nachbluten würde.

Falls die Schwellung nicht zurückgehen würde, bräuchte Twix eine Ernährungssonde.

Aber auch das war kompliziert. Bei einer schweren Blutgerinnungsstörung kann bereits das Legen einer solchen Sonde wieder lebensgefährliche Blutungen auslösen.

Die Tierärztin wollte sich deshalb noch mit dem Chirurgenteam beraten.

Später rief sie erneut an.

Die Ernährungssonde kam nicht infrage. Das Risiko unkontrollierbarer Blutungen war zu groß.

Wir vereinbarten, dass sie noch einmal versuchen sollten, das Hämatom der Zunge zu punktieren.

Wenn das nicht funktionieren würde, blieb nur noch eine Entscheidung.

Aber ihm ging es doch besser.

Er saß aufrecht.

Er war ein kleiner Kämpfer.

Vielleicht würde er doch noch nach Hause kommen.

Vielleicht.

In meiner absurden Hoffnung habe ich sogar noch sein Bettchen neu gemacht.

Etwa eine Stunde später klingelte mein Telefon erneut.

Ich hoffte auf gute Nachrichten.

Sie kamen nicht.

Die Tierärztin sagte mir, dass sich Twix‘ Zustand massiv verschlechtert hatte.

Er war apathisch und sehr, sehr müde.

Sie hatten erneut sein Blut untersucht.

Die Bluttransfusion hatte nicht das gebracht, was wir uns erhofft hatten.

Sie konnte die Zunge nicht punktieren, weil es mit großer Wahrscheinlichkeit wieder stark nachbluten würde.

Und selbst wenn wir diese Krise irgendwie durch ein Wunder überstanden hätten – niemand hätte sagen können, wann die nächste gekommen wäre.

Ein Stoß.

Ein kleiner Schnitt.

Ein verlorener Milchzahn.

Eine Rangelei mit einem anderen Hund.

Etwas, das bei jedem anderen jungen Hund völlig harmlos gewesen wäre, hätte für Twix wieder lebensgefährlich werden können.

Ich fragte die Tierärztin noch, ob wir Twix nach Hause holen könnten, damit er hier bei uns gehen kann.

Aber sie sagte ganz klar, dass das nicht mehr möglich wäre. Sie könne ihn für die lange Fahrt nach Hause nicht ausreichend schmerzfrei halten und es würde für Twix nur noch mehr Leiden bedeuten.

Also blieb auch dieser Wunsch nur ein Wunsch.

So sehr ich ihn noch einmal zu Hause haben wollte – es durfte in diesem Moment nicht mehr darum gehen, was ich wollte, sondern nur um Twix.

Wir mussten eine Entscheidung treffen, die ich niemals treffen wollte.

Es war meine letzte Entscheidung für ihn.

Und ich habe sie nicht gegen ihn getroffen, sondern für ihn.

Kein weiteres Leiden mehr für meinen kleinen Mann.

Und gleichzeitig war es eine Entscheidung gegen mich selbst.

Denn dort, wo sein Schmerz endete, fing meiner erst richtig an.

Am 5. Oktober 2026 um 15.37 Uhr wurde Twix in Helsinki eingeschläfert.

Ich war nicht bei ihm

Das ist wahrscheinlich das, womit ich am meisten kämpfe.

Ich wollte unbedingt bei ihm sein.

Ich suchte nach Zugverbindungen von Lieksa oder Joensuu nach Helsinki.

Es gab keine Verbindung, mit der ich rechtzeitig angekommen wäre.

Ich konnte nicht zu ihm.

Zum Glück war Antti bei ihm.

Und wir machten einen Videoanruf.

Ich konnte Twix sehen.

Ich sprach mit ihm.

Als ich seinen Namen sagte, riss er die Augen auf und reagierte auf meine Stimme.

Mein Herz setzte aus.

Ich sagte ihm, dass alles gut wird.

Dass er bald keine Schmerzen mehr haben wird.

Dass es mir leid tut, dass ich nicht bei ihm sein kann.

Und dass ich ihn liebe.

Antti streichelte ihn.

Er war bei ihm.

Aber ich war es nicht.

Und genau das zerreißt mich.

Dass ich ihn nicht selbst streicheln konnte.

Dass ich ihn auf seinem letzten und schwersten Weg nicht im Arm halten konnte.

Da ist etwas in mir zerbrochen.

Und die Tränen hörten einfach nicht mehr auf.

Danach

Antti kam gegen 23 Uhr aus Helsinki zurück.

Er nahm mich in den Arm und wir weinten gemeinsam.

Lange.

Antti weint fast nie.

Wir sind seit sieben Jahren zusammen und bis dahin hatte ich ihn nur ein einziges Mal weinen gesehen.

Der Schmerz war unfassbar.

Und gleichzeitig fühlte sich alles überhaupt nicht real an.

Das tut es teilweise immer noch nicht.

Ich arbeite.

Ich erledige meine To-dos.

Ich funktioniere.

Manchmal mache ich etwas und für ein paar Minuten scheint mein Kopf ganz normal zu arbeiten.

Und dann kommt es wieder.

Wären da nicht meine verschwollenen Augen, würde ein Außenstehender wahrscheinlich oft gar nicht merken, dass mit mir etwas nicht stimmt.

Manchmal möchte ich über ihn reden.

Und gleichzeitig möchte ich überhaupt nicht darüber reden.

Am schlimmsten ist das Nach-Hause-Kommen.

Für einen winzigen Moment erwartet mein Kopf immer noch, dass er da ist.

Dass ich ihn im Garten sehe.

Dass er mit dem Schwanz wedelt.

Dass er sich freut.

Und dann kommt jedes Mal wieder dieser eine Gedanke:

Er ist nicht da, er wird nie wieder da sein.

Und jedes Mal tut es wieder weh.

„Ich will einfach, dass er wieder da ist.“

Das ist wahrscheinlich der Satz, der alles am besten beschreibt.

Ich will keine Erklärung.

Keine Statistik.

Keine vernünftige Begründung dafür, warum diese Entscheidung richtig war.

Ich will ihn einfach zurück.

Ich will sein seidiges Fell anfassen.

Ich will ihn schwanzwedelnd im Garten sehen.

Ich will mich darüber ärgern, wenn er irgendeinen Blödsinn macht.

Ich will sehen, wie er erwachsen wird.

Ich will wissen, wie er mit einem Jahr ausgesehen hätte.

Mit fünf.

Mit zehn.

All diese Dinge wurden uns genommen.

Nicht nur Twix ist gestorben.

Mit ihm sind auch all die Jahre verschwunden, von denen ich ganz selbstverständlich gedacht habe, dass wir sie noch miteinander haben.

Die Frage nach der Hämophilie

Eine endgültige Faktordiagnostik konnte bei Twix nicht mehr durchgeführt werden.

Seine Tierärzte hielten Hämophilie aufgrund des gesamten Krankheitsbildes aber für sehr wahrscheinlich.

Da waren die immer wieder auftretenden Lahmheiten.

Die kleinen Hämatome.

Die starken Blutungen beim Zahnwechsel.

Die massive Einblutung unter der Zunge.

Die Anämie.

Die Blutwerte.

Und das anhaltende Nachbluten.

Auch seine Brüder Duplo und Lindt haben verdächtige Symptome gezeigt.

Lindt soll deshalb als Erster genauer untersucht werden.

Unser Standort hier in Lieksa macht die Sache nicht ganz einfach, denn für die speziellen Untersuchungen müssen die Proben nach Deutschland zu Laboklin geschickt werden. Unsere Tierärztin organisiert gerade, wie der Versand sicher durchgeführt werden kann.

Auch bei Duplo möchten wir wissen, ob und wie stark er betroffen ist.

Bei Twix werden wir diese Antwort leider nie bekommen.

Die behandelnden Tierärzte waren sich aber sehr sicher, dass Hämophilie die Ursache war, und ich bin mir sicher, dass Twix von den drei Brüdern am stärksten betroffen gewesen ist.

Hämophilie wird X-chromosomal vererbt. Deshalb sind vor allem Rüden betroffen, während Hündinnen das entsprechende Gen tragen können, ohne selbst dieselben Symptome zu zeigen.

Aufgrund der Auffälligkeiten bei drei Rüden aus diesem Wurf besteht deshalb ein sehr starker Verdacht, dass ihre Mutter Trägerin ist.

Sobald wir die entsprechenden Untersuchungsergebnisse haben, werden wir daraus natürlich Konsequenzen für die weitere Zucht ziehen.

Denn eines steht fest:

Wir werden nicht riskieren, so etwas weiterzugeben.

Wir möchten niemals wieder einen Welpen durchmachen lassen, was Twix durchmachen musste.

Und um ehrlich zu sein:

Wir möchten selbst auch nie wieder durch so etwas gehen.

Ich wünsche niemandem, so etwas mitmachen zu müssen.

Nicht einmal meinem schlimmsten Feind.

Fünf Monate und ein Tag

Fünf Monate und ein Tag.

Es ist lächerlich wenig Zeit.

Und trotzdem war Twix in dieser Zeit alles für mich.

Er hat mir regelmäßig ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Er war Teil unseres Alltags.

Teil unseres Rudels.

Teil unserer Pläne.

Und ein riesiger Teil meines Herzens.

Im Moment weiß ich nur, dass ich ihn vermisse.

Da ist einfach dieses riesige Loch in meiner Brust.

Und dann gibt es diese Momente, in denen ich nicht glauben kann, was passiert ist.

Momente, in denen ich wirklich glaube, ihn gleich wiederzusehen.

Wenn ich nach Hause komme und mein Blick automatisch dorthin geht, wo er sein sollte.

Wenn ich von der Lodge Richtung Haus und Garten gehe und er nicht dort steht.

Schwanzwedelnd.

Mit diesem erwartungsvollen Blick.

Twix wurde am 4. Mai 2026 geboren.

Am 5. Oktober 2026 mussten wir ihn gehen lassen.

Fünf Monate und ein Tag.

Aber fünf Monate reichen offenbar aus, damit ein kleiner Hund einen Platz hinterlässt, der sich nicht wieder füllen lässt.

Mach’s gut, kleiner Mann.

Mein Herz hängt in Fetzen.

Man sagt, Trauer sei Liebe, die nirgendwo mehr hin kann.

Ich trauere so sehr um ihn.

Und ich hätte ihn so gerne viel länger geliebt.

Was bleibt ohne Twix?

Ein kleiner Trost sind unsere anderen Hunde.

Sie zwingen uns dazu aufzustehen.

Weiterzumachen.

Sie müssen versorgt werden.

Sie brauchen uns.

Aber zu Hause ist es leerer geworden.

Alles ist ein bisschen grauer.

Die Tränen kommen immer dann, wenn ich etwas sehe, das mich an ihn erinnert.

Sein Bettchen.

Sein Futter.

Seine Schüssel.

Seine Leine.

Seine Namenstafel am Eingang unseres Zuhauses.

Sein Halsband.

Und der Platz auf unserer Couch, der jetzt leer ist.

Überall sind diese kleinen Beweise dafür, dass er da war.

Und gleichzeitig ist er nicht mehr da.

Wir schaffen es noch nicht, seine Sachen wegzuräumen.

Dafür ist alles viel zu frisch.

Und neben der Trauer ist da jetzt auch Angst.

Angst um Duplo und Lindt.

Beide haben bereits Auffälligkeiten gezeigt und wir wissen noch nicht, was die Untersuchungen ergeben werden.

Seit Twix passiert ist, sehe ich bei den beiden plötzlich alles anders.

Jedes Hinken.

Jede kleine Schwellung.

Früher hätte ich vieles wahrscheinlich erst einmal beobachtet. Jetzt ist sofort dieser Gedanke da:

Bitte nicht.

Bitte nicht noch einmal.

Ich weiß, dass Twix offenbar besonders schwer betroffen war und dass es bei Duplo und Lindt nicht genauso verlaufen muss.

Aber diese Angst ist trotzdem da.

Die Angst, wieder vor so einer Entscheidung zu stehen.

Die Angst, noch einen von ihnen auf diese Weise zu verlieren.

Und im Moment weiß ich nicht, wie ich diese Angst einfach abstellen soll.

Twix war nicht der erste Hund, den ich gehen lassen musste. Und jeder, der selbst schon einen Hund verloren hat, weiß, wie leer es danach ist. Wie weh es tut. Und wie schwer es ist, einfach wieder in einen normalen Alltag zurückzufinden.

Wir haben Twix einäschern lassen.

In ungefähr zwei Wochen kommt er wieder nach Hause.

Ich warte auf ihn.

Es fühlt sich komisch an, das zu schreiben, weil ich natürlich weiß, dass nicht mein Twix wieder nach Hause kommt.

Nicht so, wie ich ihn zurückhaben will.

Aber dann ist zumindest ein Teil von ihm wieder hier bei uns.

Dort, wo er hingehört.

Bis dahin steht sein Bettchen noch da.

Seine Sachen sind noch da.

Und überall fehlt er.

Ich weiß nicht, wann das weniger weh tun wird.

Im Moment weiß ich nur, dass ich ihn so unglaublich vermisse.